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06 Mrz 2019

Sunset Orange is our new Blue

Gerade ging das neue Zara Logo durch die Medien, das Designer Meinungen gespalten hat. Auch Deutschlands größte Film Community Moviepilot hat sich nach zehn Jahren dazu entschieden, ihre CI komplett neu zu gestalten. Warum die bekannte Marke ihr etabliertes Design geändert hat, erklären Julien Drouais, Operations Director – Cinema und Johann Hochweiss, UX/UI Designer, von Webedia Deutschland.

Nach zehn Jahren ändert Moviepilot seine CI

Dass die digitale Welt sich unglaublich schnell ändert, ist nichts Neues. Unternehmen versäumen dabei aber immer wieder, ihren online Auftritt den neuen Ansprüchen der Nutzer anzupassen.  “Die digitale Welt ändert sich rasend schnell.”, erklärt Hochweiss. ”Der Nutzer, der noch vor sechs Jahren im Internet gesurft ist, ist nicht mehr derselbe, der heute online Angebote nutzt.” Kinobranchen Experte Drouais stimmt zu:  “Nach zehn Jahren fühlte es sich so an, als ob wir ein richtiges Makeover brauchen. Online ändern sich die Sachen so schnell, dass man irgendwann nicht mehr so richtig wahrgenommen wird. Neue Farben, ein neues Logo tragen dazu bei, dass eine Marke wiederbelebt wird. Außerdem haben unsere Recherchen gezeigt, dass Blau und Gelb bei Filmseiten einfach kein Alleinstellungsmerkmal sind.”. Durch die neue Farbkombination Sunset Orange/ Dark Purple soll sich Moviepilot zudem nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell mehr von Webedias zweiter Film-Marke Filmstarts abheben.

Neben den typischen Farben haben sich auch Logo und Schriftzug der Marke geändert. Bei der Entwicklung orientierte sich das Team dabei nicht nur an Erkenntnissen, die sie selbst ausgearbeitet haben (mehr dazu unten), sondern auch an aktuellen Trends. Die Kernbotschaft, die sich hierzu in zahlreichen Artikeln zum Thema Logokreation findet, ist: Simplicity. Ein Logo muss auf Anhieb zu erfassen und der Schriftzug leicht zu lesen sein, auch auf mobil.

Bei dem Resdesign des Logos muss auf mobile Nutzerfreundlichkeit geachtet werden

Die Nutzerfreundlichkeit auf mobilen Endgeräten ist ein Punkt, der in den letzten Jahren immer mehr an Wichtigkeit gewonnen hat. Lag die Zahl der User, die Moviepilot mobil nutzen vor fünf Jahren noch bei 40%, liegt sie heute bereits bei über 75%, Tendenz steigend. Alleine deswegen ist es essentiell, eine CI zu haben, die auch auf mobil funktioniert. Der neue Schriftzug, bei dem alle Buchstaben groß geschrieben sind, folgt nicht nur dieser Grundregel, sondern auch einem Trend, der in der Modebranche schon seit einigen Jahren zu beobachten ist: klare Linien, keine Serifen, Großbuchstaben. Im Gegensatz zu dem eleganten Schwarz auf weißem Grund, das sich, vor allem in der Lifestyle Branche, bei vielen Marken durchgesetzt hat, setzt Moviepilot auch weiterhin auf Farbe. “In der Entertainment Branche geht es viel um Bilder und Farben.”, so Drouais. Und Hochweiss ergänzt: “Es ist sinnvoll, Trends nicht komplett zu ignorieren, aber nur daran klammern sollte man sich auch nicht, damit das Logo auch in der Zukunft nicht veraltet scheint. “

Wichtig ist, das Design der Zielgruppe anzupassen und gleichzeitig dem Selbstverständnis der Marke treu zu bleiben

Die ausführlichen Recherchen ergänzten Erkenntnisse, die das Team in Workshops und durch die Analyse von Nutzerdaten erarbeitet hatte. Dabei galt es eine Balance zwischen dem, was die Zielgruppe erwartet und wie die Marke sich selbst darstellen möchte, zu finden. Um die neue CI der Zielgruppe anzupassen und gleichzeitig dem eigenen Selbstverständnis treu zu bleiben, wurde die Analyse von 0 angefangen. Fragen wie: Wer sind unsere Besucher? Woher kommen sie? Wie alt sind sie? Was schauen sie sich bei uns an? Wen möchten wir noch erreichen?, aber auch Wie sehen wir uns selbst? Was sind unsere Werte? galt es zu beantworten. “Hat man diese beiden Grundpfeiler erarbeitet, gilt es eine Schnittmenge aus Nutzer und Marke zu bilden, die wegweisend für die neue Corporate Identity ist.”, so Hochweiss. Einen 100% sicheren Weg gäbe es dabei nicht. Hochweiss erklärt weiter: “Es ist eine ständige Annäherung durch Ausprobieren. Man kann sagen, es ist ein iterativer Prozess.” Er erzählt weiter, dass es Marken gibt, wie Spotify, die regelmäßig ihre App-Funktionen anpassen, um den Nutzern gerecht zu werden.

Bei der Entwicklung einer CI sollten alle betroffenen Teams eingebunden werden

Neben all diesen Aspekten war es Drouais bei der Entwicklung der CI wichtig, dass alle betroffenen Teams eingebunden werden. “Moviepilot ist eine Marke, die sich in den letzten Jahren sehr positiv auf anderen Kanälen wie Facebook, Instagram oder YouTube entwickelt hat. Die Reichweiten in den sozialen Netzwerken sind stark gewachsen, weswegen es selbstverständlich war, neben dem Moviepilot Kernteam und Designern auch das Social Media Team zu involvieren.” Durch die Einbindung aller Teams könne sichergestellt werden, dass es keine bösen Überraschungen gibt und das neue Design von allen unterstützt wird.

Nach Monaten der Entwicklung ist so die neue CI entstanden, die heute online geht. Das Team hofft, mit dem Design der Zielgruppe gerecht zu werden, aber auch Moviepilot so darzustellen, wie sie sich selbst verstehen: modern, frisch und nahbar.

a_bauer